Rom — Die italienische Justiz hat Ermittlungen im Zusammenhang mit Mordaufrufen gegen Regierungschef Silvio Berlusconi im Internet aufgenommen. Untersucht würden entsprechende Aufrufe im sozialen Netzwerk Facebook, berichtet die linksgerichtete Zeitung "La Repubblica". In einer Gruppe namens "Lasst uns Berlusconi töten" haben sich demnach rund 16.000 Unterstützer angeschlossen, in einer zweiten Gruppe namens "Tod für Berlusconi" sind es 300.
Der Moderator der ersten Gruppe habe sich inzwischen von dem Mordaufruf distanziert, schreibt die Zeitung weiter. Die Ermittler versuchten über das in Kalifornien ansässige Netzwerk, an Informationen über die Initiatoren heranzukommen.
Mehrere Minister verurteilten die "Hasskampagne" gegen Berlusconi. Der Chef der größten Oppositionspartei, der Demokratischen Partei, Dario Franceschini, forderte die Löschung der Facebook-Gruppe. Viele Facebook-Nutzer präsentieren sich nicht nur über ein persönliches Profil in dem Netzwerk, sondern schließen sich entsprechend ihrer Neigungen Gruppen zu bestimmten Themen an, über die sie sich dann mit Gleichgesinnten austauschen. |