Hagen. Ob 1a.de, zz.de oder 123.de: Gestern ließ die deutsche Internet-Verwaltung erstmals Webadressen mit Zahlen oder nur ein bis zwei Buchstaben zu. Im Internet herrschte Goldgräberstimmung.
Höchstpreise erzielten die kuzen Internet-Adressen tv.de mit knapp 280 000 Euro, die von einem Unternehmen in Zweibrücken registriert ist, die Domain pc.de kam auf etwa 159 000 Euro - sie läuft auf eine Anwaltskanzlei.
Sinneswandel
Die deutsche Adressverwaltung „Denic” meldete um 13 Uhr bereits 24 738 erfolgreiche Registrierungen. Für den Sinneswandel sorgte ein Gerichtsverfahren von VW, bei dem die Wolfsburger erfolgreich ihren Internet-Namen www.VW.de einklagten.
Die Verwalter des deutschen Internetregisters beschlossen daraufhin, alle ein- und zweistelligen Namen freizugeben. Auch Buchstabenkombinationen, die bislang nicht erlaubt waren, wie deutsche Kfz-Kennzeichen oder sogenannte Toplevel-Domains wie com, net und fr sind jetzt erlaubt.
Schnellster Auftrag gewinnt
„Jetzt geht es danach, wer uns am schnellsten einen Auftrag schickt. Die Einführungsphase endet am kommenden Montag um 9 Uhr”, kommentierte ein Denic-Sprecher. „Wir rechnen mit 200 000 zusätzlichen Anträgen.” Ein Wettlauf gegen die Zeit, denn jedes Unternehmen darf nur vier Registrierungen pro Minute vornehmen.
Die Anträge werden außerdem bei Eingang mit einem elektronischen Zeitstempel versehen, der in Millisekunden misst. Der Provider Manitu.de steht der Vergabe skeptisch gegenüber. „Wir haben uns da absichtlich herausgehalten. Auf 1500 Domainnamen bewerben sich um die 250 000 Leute. Die Chance ist verschwindend gering”, erklärt Geschäftsführer Manuel Schmitt.
Marktrechtliche Streitigkeiten
Außerdem fürchtet er marktrechtliche Streitigkeiten. Jeder Interessent sollte sich fragen, inwieweit man den Domainnamen überhaupt verwenden kann. Nur einprägsame Kurz-Namen würden im Alltag identifiziert. Viele Nutzer würden sich nur einen Adressnamen sichern, um ihn später teuer zu verkaufen.
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