Für Unternehmen, die grenzüberschreitend auf Lizenzen angewiesen sind, ist es eine Plage: das Urheberrecht. Weltweit gibt es mehr als 150 Rechtsordnungen, die jeweils ausschließlich Rechte an Inhalten verleihen.
Zwar herrscht auch bei anderen wichtigen Vorschriften großes Wirrwarr, doch beim Urheberrecht ist das Problem verschärft. Schuld ist die fortschreitende Digitalisierung. Das Internet macht es leicht, Grenzen und Gesetze zu überschreiten. "Unternehmen, die mit ihrem Geschäftsmodell auf die Nutzung von Urheberrechten angewiesen sind - Google etwa - stehen vor großen Schwierigkeiten", sagt Alexander Peukert, Rechtsprofessor an der Frankfurter Goethe-Universität.
Bislang war die Schere zwischen weltweiter Digitalisierung und lokalen Urheberrechten hauptsächlich ein Problem für die Rechteinhaber. Am stärksten gebeutelt fühlen sich dabei die Musik- und die Filmindustrie. Mit dem aktuellen Gezerre um Googles Buchsuche treffen die Probleme der Digitalisierung nun mit voller Wucht die Verlagsbranche. Die umstrittene Vereinbarung zwischen Google und mehreren US-Verlagen sieht vor, dass Google auch Copyright-geschützte Bücher ins Netz stellen darf. Zwar soll der Vergleich nur in den USA gelten, allerdings sind unter den dort eingescannten Büchern auch viele Werke nichtamerikanischer Autoren.
Verschiedene Rechteinhaber
Der Streit macht die unterschiedlichen Ansätze deutlich: In Europa wird das sogenannte Urheberpersönlichkeitsrecht hochgehalten, was bedeutet: Der Urheber kann nur Nutzungsrechte an seinem Werk einräumen, behält aber in jedem Fall die Rechte an seinem Werk. In den USA überwiegt der ökonomische Ansatz, das Copyright regelt eher das Recht der Industrie, also der Verlage oder Musiklabels, an der Vervielfältigung. |