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US-Behörde fürchtet Schweinegrippe im Internet


28.10.2009
Von der Schweinegrippe könnten auch die Datennetze betroffen werden, mahnt ein Regierungs-Aufsichtsorgan des US-Kongresses. Angestellte und Schulschwänzer, die aus Angst vor Viren von Zuhause aus arbeiteten, könnten die Netze bis zum Anschlag belasten oder gar überlasten. Hilfe ist nicht in Sicht.

Sollte der Virus H1N1 tatsächlich zu jener Pandemie werden, die manche befürchten, könnte das auch im Internet zu spüren sein. Davor warnt zumindest das amerikanische Government Accountability Office (GAO), sozusagen das Gegenstück zum deutschen Bundesrechnungshof. Eine epidemische Ausbreitung der sogenannten Schweinegrippe hätte demnach zur Folge, dass Millionen Menschen zu Hause blieben, um eine Ansteckung zu vermeiden oder um sich auszukurieren.

Diese Daheimgebliebenen, so die Befürchtung des GAO, könnten binnen kurzer Zeit sämtliche Datenleitungen überlasten. Schulkinder, denen das GAO offenbar wenig Enthusiasmus zutraut, könnten sich die Zeit mit Online-Spielen und YouTube-Videos vertreiben, Arbeitnehmer würden derweil versuchen, per Online-Verbindung ihre Büroarbeit zu erledigen. Einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zufolge gibt es in den USA offizielle Pläne von Firmen und Behörden, in einem solchen Fall ihre Arbeitsfähigkeit durch Telearbeit aufrecht zu erhalten.

Solche Vorhaben könnten allerdings, so ist es einem Bericht der GAO zu entnehmen, daran scheitern, dass die zuständigen Behörden nicht darauf vorbereitet sind, auf eine solche Online-Überlastung zu reagieren. Den Schwarzen Peter schieben die obersten Rechnungsprüfer in diesem Fall dem Department of Homeland Security zu. Das wäre dem Bericht zufolge nämlich dafür zuständig, "sicherzustellen, dass kritische Telekommunikations-Infrastrukturen geschützt" werden.

Keine Hilfe in Sicht

Darüber, dass das Internet eine solche Struktur ist, herrscht beim GAO kein Zweifel. Das Netz sei entscheidend dafür, dass die Wirtschaft brummen kann und sei eine essentielle Informationsquelle für die Bevölkerung, heißt es in dem Bericht.

Darüber, wie man das Netz vor einer Überlastung im Falle einer lang anhaltenden Epidemie schützen kann, ist man sich aber nicht einig. Als Option sieht man es beim GAO zumindest an, private Internetzugänge zu blockieren oder doch zumindest zu bremsen. Sogar ganze Stadtteile von Netz zu nehmen, um einer Überlastung entgegen zu wirken, sei denkbar. Das allerdings nur, sofern die Regierung eine entsprechende Order an die privaten Internet-Provider ausgeben würde. Andernfalls wären die Dienstleister schließlich vertraglich und gesetzlich verpflichtet, ihren Kunden einen ungestörten Zugang zum Internet zu gewährleisten.

Das Department of Homeland Security allerdings scheint sich nicht zu Eile gedrängt zu fühlen. Es gebe keine Möglichkeit, einer solchen Internet-Verstopfung mit einer einzigen Maßnahme wirkungsvoll zu begegnen, heißt es in einer Stellungnahme der Behörde. Deshalb sei "die Hoffnung auf einen ungestörten Internetzugang während einer Pandemie nicht realistisch".
Quelle: spiegel.de


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