Eine eigene „.de“-Domain ist trotz Facebook, StudiVZ und Co noch immer unersetzbar. Doch wie kommt man an so eine Adresse? Diese werden zentral von der Denic in Frankfurt vergeben. Seit Oktober gibt es auch sogenannte Second-Level-Domains.
Mittlerweile sind viele Leute ja sehr reichhaltig im Internet vertreten. Man hat seine Profile bei Facebook, StudiVZ, bei Xing, wenn man eine Hobbyband hat, ist man sicher auch bei Myspace registriert. Twitter wird von Angestellten und Promis genutzt. Richtig edel vertreten ist man im Netz allerdings erst dann, wenn man seine eigene Domain hat. Will heißen, seinen eigenen Namen mit einem eleganten „.de“ dahinter, so dass man ohne Umwege im Internet gefunden werden kann.
Doch wie genau kommt man an eine eigene „.de“-Adresse? Alle „.de“-Domains werden zentral von der Denic in Frankfurt verwaltet. Die Denic ist ein „Network Information Center“ (Netzwerkinformations-Center), kurz INC - mit dem „.de“ ergibt sich der Firmenname Denic. Diese Zentren registrieren alle Domainadressen ihres Landes. „Nur wer registriert ist, kann auch im Internet gefunden werden“, erklärt Denic-Vorstandsmitglied Sabine Dolderer.
Neue Endungen verfügbar
Neben den länderbezogenen Domains wie „.de“, „.fr“ (Frankreich) oder „.nl“ (Niederlande) gibt es gerische Domains, die nicht geografischen, sondern inhaltlichen Bezug haben. Dazu gehört zum Beispiel „.org“ für Organisation oder „.gov“ - unter dieser Domain finden sich alle Internetangebote der US-amerikanischen Regierung. Das Kürzel „.int“ ist für internationale Organisationen wie die UN reserviert.
Mit über zwölf Millionen Registrierungen hat Deutschland so viele Domains wie kein anderes Land, nur .com-Adressen gibt es mehr. Die Denic regelt auch, wer sich wie in Deutschland registrieren darf. So sind erst seit Oktober Internetadressen erlaubt, die nur ein oder zwei Buchstaben lang sind. Seitdem ist es auch möglich, so genannte Second-Level-Domains einzurichten und registrieren zu lassen.
Das heißt, dass es in Deutschland künftig zum Beispiel Adressen mit der Endung „.nrw.de“ geben wird, wenn die Adresse aus Nordrhein-Westfalen kommt. „Es ist wichtig, festzustellen, dass die Adressen diejenigen bekommen, denen es zusteht“, erklärt Dolderer. So wird in der Denic dafür gesorgt, dass NRW-Adressen wirklich auch mit NRW verbunden sind. Ansonsten gilt das „First come, first serve“-Prinzip - „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.“ Wer eine eigene „.de“-Adresse einrichten will, muss zunächst feststellen, ob die Wunschdomain noch frei ist. Das geht problemlos über den „Whois“-Service auf der Homepage der Denic. Dort werden pro Minute etwa 1000 bis 2000 Abfragen bearbeitet, weswegen die Ausführung von Aufträgen bei der Denic vollautomatisch abläuft.
Ist die Adresse noch zu haben, muss man sie über einen Provider anmelden. „Das ist jedenfalls zu empfehlen“, sagt Dolderer. „Ein Provider - wie zum Beispiel 1 & oder Strato - kümmert sich nicht nur um die Anmeldung der Domain, er stellt auch Serverplatz zur Verfügung.“
Man kann sich bei der Denic auch ohne Provider registrieren. Doch das hat hohen Arbeitsaufwand zur Folge: Man muss dann nicht nur einen leistungsfähigen Server selbst anschaffen, auf dem alle Daten, die ins Internet sollen, gespeichert werden. Auch muss garantiert werden, dass der Server jederzeit von überall aus erreichbar ist.
„Der Auswand lohnt sich im Normalfall nicht“, weiß Dolderer. Seriöse Provider verlangen meistens Geld für ihren Service. Dabei handelt es sich aber oft um überschaubare Beträge, die einem der individuelle Netz-Auftritt wert sein müsste. |
| Quelle: rundschau-online.de |