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Die (angeblich) einflussreichsten Open-Sourcer

03.11.2009
Der US-amerikanische Open-Source-Spezialist Mindtouch hat 50 Manager von Open-Source-Unternehmen aus den USA und Europa um ihr Votum gebeten: Wer ist der Einflussreichste von ihnen, wollte die Umfrage "The most Influentual Open Source People" wissen. Das Ergebnis überrascht doch sehr.

Die meisten Nennungen erhielt Larry Augustin, einst Gründer von VA Linux und SourceForge, heute Investor, Business-Angel und CEO von SugarCRM. Platz 2 erhielt Matt Asay, Manager bei Alfresco, der auch einen viel beachteten Blog auf CNET schreibt. Auf Platz 3 kam Marten Mickos, früher CEO von MySQL, später Vice President bei Sun, und seither unter anderem Berater der stark auf Open Source orientierten Investment-Firma Benchmark Capital.

Platz 4 errang Jim Whitehurst, ein Quereinsteiger im Open-Source-Business, der zuletzt COO bei der Fluggesellschaft Delta war, ehe er im Dezember 2007 zum CEO von Red Hat ernannt wurde. Und Platz 5 erreichte Dries Buytaert, der Gründer und Chef des Open-Source-Spezialisten für Content-Management Drupal.

Als "ehrenvolle Nennungen" kamen Tom Erickson, Sam Ramji, Brian Gentile, Steve Ballmer, Doug Levin, Greg Schott, John Powell, John Roberts, Jonathan Schwartz, Roger Burkhardt, Tim Yeaton, Vivek Kundra, Walt Johnson, Zack Urlocker, Aaron Fulkerson sowie John Lilly auf die Plätze.

Die Nominierung von Microsoft-Chef Ballmer wurde damit begründet, dass seine Tiraden gegen Open Source seit Jahren den gegenteiligen Effekt haben, nämlich Open Source zu stärken. Vivek Kundra ist der einzige Anwender; er ist maßgeblich verantwortlich für die neue Open-Source-Orientierung der US-Regierung unter Barack Obama die zuletzt zur Linux-Umstellung der Website des Weißen Hauses führte. Auffälligerweise ist keine Frau unter den Nominierungen.

Nicht nominiert werden durften übrigens Personen aus dem eigenen Unternehmen. Die Liste hat dennoch inzwischen massive Kritik aus der Open-Source-Szene erfahren: Wo seien denn, bitte schön, Persönlichkeiten wie Linus Torvalds, Eric Raymond, Bruce Perens, Andrew Tridgell, Larry Wall, Alan Cox oder Richard Stallman? Na ja, Letzerer würde wohl schon ob der Nominierung in irgendeinem "Open-Source"-Kontext prächtig "durch die Decke gehen".

Aber wenn schon nur an Business-Leute gedacht wurde: Wie wäre es mit dem Verleger und Vordenker Tim O’Reilly oder den Red-Hat-Gründern Bob Young und Marc Ewing oder den Google-Gründern Larry Page und Sergey Brin? Jede Menge weitere Namen kamen ins Spiel. Sowieso hätte es genau genommen allenfalls heißen können: "The Most Influentual People in Open-Source-Business".

Mindtouch, Experte für die Echtzeitintegration von Anwendungen und Services, hat sich mit der Umfrage erst einmal keinen Gefallen getan. Angesichts der heftigen Kritik ruderte das Unternehmen zurück. Es versprach, im nächsten Jahr werde es seine Umfrage breiter anlegen. Und es werde verschiedene Kategorien für die Kandidatur geben.
Quelle: silicon.de


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