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Windows Azure: Das ist keine Schnapsidee |
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Microsoft setzt voll auf seine neue XaaS-Plattform Windows/SQL Azure. Ansonsten wäre der Konzern in zehn Jahren pleite, meinen Insider. Ab Januar können Schweizer Firmen Azure einen Monat lang kostenlos ausprobieren.
Ab erstem Januar 2010 geht Microsoft Azure an den Start. Dahinter steckt ein kombiniertes Angebot aus Infrastruktur-, Plattform- und Software-Dienstleistungen - alles natürlich \"as a Service\" - die Schweizer Unternehmen einen Monat lang kostenlos ausprobieren können. Microsoft vermeidet den inflationären Ausdruck \"as a Service\" und spricht stattdessen lieber von Software plus Service. Mehr als ein Marketing-Trick: Denn Software plus Service bezeichnet eine Hybridstrategie, die Kunden, aber auch den Redmondern selbst die Migration in die Cloud erleichtern soll.
\"Azure ist keine Schnapsidee, wir wollen dabei sein\", machte Mike Epprecht, IT-Pro Evangelist bei Microsoft Schweiz, auf der ICMF/ITS-Tagung unmissverständlich klar. Zum Plattform-as-a-Service-Angebot der Windows-Company gehören die Kernkomponenten: Windows Azure (Server, Storage), SQL Azure (Relationale Datenbank) und .NET-Dienste (Connectivity, Access Control). Zum SaaS-Lösungsportfolio (Microsoft-Jargon: AaaS - Application as a Service) zählen Exchange online, Windows live, Sharepoint online, die Online Services und Dynamics CRMLexikon.
Sharepoint: starke Nachfrage
Sharepoint sei das am schnellsten wachsende Produkt, verriet Walid Abu-Hadba, Corporate VP der Developer & Platform Einheit bei Microsoft, auf einem Pressebriefing in Wallisellen. Azure (Windows und SQL Server) sei aber, wie bei einem Paas-Service auch nicht anders zu erwarten, eine Plattform für Entwickler. Gegenüber der Konkurrenz sieht Abu-Hadba sein Unternehmen in einer starken Position. Googles Ansatz sei, alles in die Cloud auszulagern. Aber kein Schweizer Kunde werde das mitmachen, prophezeit er. Oracle missversteht Cloud Computing als Hosting Services und habe die Bedeutung dieses neuen Beschaffungsmodelles noch gar nicht richtig begriffen. In der Tat hatte sich Oracle-Chef Larry Ellison wiederholt dahingehend geäussert.
Salesforce\' strategischer Fehler
CRM-Pionier Salesforce wiederum hat nach Abu-Walid einen strategischen Fehler begangen und sich für die proprietäre Programmiersprache Apex (force.com) entschieden. Kunden laufen dadurch geradewegs in den berüchtigten vendor lock-in, eine Falle, aus der es kein Entkommen gibt. Sie sind Salesforce auf Gedeih und Verderb ausgeliefert, ein Provider-Wechsel ist kaum möglich. Salesforce Entwicklungsplattform in der Cloud - force.com - werde aus diesem Grund immer ein Nischen-Player bleiben polterte Abu-Hadba. Es sei denn, Salesforce-CEO Marc Benioff ändert seine Geschäftsstrategie.
Microsoft Azure dagegen verfolgt ein Hybridmodell und unterstützt Java, PHPLexikon und die .NET-Programmiersprachenfamilie. Hybrid heisst: Kunden können selbst entscheiden, welche Daten und Apps sie in die Cloud geben und welche sie lieber intern pflegen. .NET garantiert ausserdem, dass für die interne IT entwickelte Software auch in der Cloud läuft. Microsoft sei auf seinem Weg vom Desktop in die Cloud seinem Programmier-Paradigma treu geblieben, betont Abu-Hadba.
Kostenloser Schnuppermonat
Ab Anfang Februar - nach dem Schnuppermonat - zahlen Kunden Azure-Dienstleistungen entweder streng nach Verbrauch (Preismodell \"Consumption\") oder verpflichten sich zu bestimmten Mindestabnahmemengen (Preismodell \"Subscription\"). Subscription-Kunden werden für ihr Commitment mit Preisnachlässen belohnt. Im Verlauf 2010 sollen ausserdem Volumen-Discounts eingeführt werden.
Am ersten Januar fällt der Startschuss für Microsofts Azure-Plattform. Das kostenlose, einmonatige Schnupperangebot für alle Schweizer Unternehmen enthält:
1) Windows Azure: Compute 25 Stunden, Storage 0,5 GigaByte, 19 KiloByte Storage X-actions
2) SQL Azure: eine relationale Web-Datenbankversion, 1 GigaByte Speicher für 90 Tage
3) Message Operations: 100 KiloByte
4) Datentransfer-Volumen: in 0,5 GigaByte, out 0,5 GigaByte.
MSDN-Premium-Abonnenten können bis zum 31. Juli 2010 ein acht Monate lang gültiges Probeangebot in Anspruch nehmen. Dazu gehört:
1) Windows Azure: Compute 750 Stunden, Storage 10 GigaByte, 1 MegaByte Storage X-actions
2) SQL Azure: drei relationale Web-Datenbankversionen (jeweils 1 GigaByte)
3) Message Operations: eine Million Nachrichten
4) Datentransfer-Volumen: in 7 GigaByte, out 14 GigaByte.
Mit Sonderangeboten versuchen die Redmonder ausserdem, Microsoft-affinen Kllientel in die azureblaue Cloud zu locken. Neukunden erhalten bis zum 30. Juni 2010 das MSDN-Premium-Angebot (siehe oben) für 59,95 US-Dollar pro User-Monat. Eine zusätzlich mit 10 GigaByte Speicher ausgestattete Business-Version der relationalen Datenbank SQL Azure schlägt dann aber gleich mit insgesamt 109,95 Dollar pro User-Monat zu Buche.
Zu den oft genannten Vorteilen von XaaS-Angeboten gehören eine hohe Skalierbarkeit und Elastizität. Kunden müssen ihre IT-Infrastruktur nicht mehr für Höchstlasten auslegen, die möglicherweise nur einmal im Jahr für einen Zeitraum von wenigen Wochen erreicht werden. Microsoft bietet IaaS-, PaaS- und SaaS-Services in Kombination an. Der Vorteil: Auf Azure entwickelten Applikationen skalieren sich praktisch selbst, betont Microsoft-Evangelist Mike Epprecht. Bei Bedarf werden zusätzliche CPUs oder GigaBytes hinzugeschaltet.
Azure: Pläne 2010
Azure stellt ausserdem das Entwicklungs-Framework bereits zur Verfügung. Dadurch erzielen Software-Entwickler eine Zeitersparnis von mindestens 30 Prozent, unterstreicht Abu-Hadba. Im Laufe des nächsten Jahres will Microsoft das 10-GigaByte-Limit für SQL Azure aufheben. Ab Februar soll es ausserdem möglich sein, Speicherplatz direkt Server-Instanzen zuzuordnen (Service: Windows Azure Drive). Voraussichtlich schon ab Anfang Januar sind unter dem Codenamen \"Dallas\" Informationsdienste erhältlich, die Business-Intelligence- und weitere analytische Auswertungsfunktionen bereit stellen. |
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