Am gestrigen Montagabend stellte Google das auch als "Google-Handy" bezeichnete Nexus One der Öffentlichkeit vor. Das Smartphone arbeitet mit einem leistungsfähigen Snapdragon-Prozessor und dem Betriebssystem Android 2.1. Zeitgleich startet das Internet-Unternehmen seinen Online-Handyshop, auf dessen USA-Seite das Nexus One zum Preis von 529 US-Dollar zum Verkauf steht.
Das Nexus One stammt vom Smartphone-Hersteller HTC und arbeitet mit jedem GSM-Netz zusammen. Amerikanische Kunden können das Google-Mobiltelefon auch zusammen mit einem Zweijahresvertrag von T-Mobile USA erwerben, dann fallen für das Gerät nur noch 179 Dollar – umgerechnet 90 Euro an.
Zeitnahe Veröffentlichung in Europa geplant
Nach Angaben des Unternehmens plant Google, das Gerät bald auch in Europa anzubieten. Dazu arbeitet der Konzern mit dem Mobilfunkanbieter Vodafone zusammen. "Wir freuen uns darauf, mit Handyherstellern und Netzbetreibern zusammenzuarbeiten, um über diesen Vertriebskanal weltweit weitere Telefone auf den Markt zu bringen", lässt Googles Vice President of Engineering Andy Rubin verlauten.
Die von Google veröffentlichten technischen Daten zum Nexus One bestätigen großteils die bereits im Netz kursierenden Vermutungen. Das Gerät arbeitet mit einem lichtstarken und Strom sparenden 3,7-Zoll-AMOLED-Display, die Diagonale des berührungsempfindlichen Bildschirms beträgt also gut neun Zentimeter. Die Anzeige bietet eine vergleichsweise hohe Auflösung von 480 x 800 Bildpunkten. Als Prozessor arbeitet ein Qualcomm Snapdragon mit einem maximalen Takt von einem Gigahertz in dem Google-Smartphone.
Fünf-Megapixel-Kamera für Fotos und Videos
Wie von neueren HTC-Smartphones gewohnt, unterstützt ein Mini-Trackball den Anwender bei der Navigation in den Menüs. Fotos nimmt das Nexus One über eine Fünf-Megapixel-Kamera auf, bei Bedarf erhellt ein LED-Blitz die Aufnahmen. Die Bilder speichert das Gerät mit Geo-Tagging-Informationen, so dass der Anwender anhand der Koordinaten jederzeit erkennen kann, an welchem Ort der Welt das Foto aufgenommen wurde. Neben Fotos zeichnet das Nexus One auch hochauflösende Videos im MPEG-4-Format auf.
Im Betrieb greift das Handy auf 512 Megabyte Arbeitsspeicher sowie einen 512 Megabyte großen Flash-Speicher zu, zur Ablage von Daten steht außerdem eine MicroSD-Karte mit vier Gigabyte Speicherplatz zur Verfügung. Insgesamt lässt sich der Speicherplatz per Karte auf bis zu 32 Gigabyte erweitern. Das mit knapp 12 Millimetern sehr flache Handy wiegt lediglich 130 Gramm. Im Gegensatz zu vielen anderen Smartphones bietet das Nexus One keine proprietäre Kopfhörer-Buchse. Dank 3,5-Millimeter-Klinkenanschluss arbeiten auch Headsets von Drittanbietern ohne Adapter mit dem Gerät zusammen. Als kleines Extra liefert Google das Handy auf Wunsch auch mit einer frei wählbaren Lasergravur auf der Gehäuserückseite aus.
Android 2.1 und zahlreichen Neuerungen
Zusätzlich zu Trackball und Touchscreen setzt das Unternehmen bei der Bedienung des Nexus One vor allem auf Spracherkennung. Hardwareseitig unterstützt ein Mikrofon mit Geräuschunterdrückung die Spracheingabe. Das Smartphone wandelt gesprochene Worte in geschriebene Texte um. Außerdem steuert der Anwender auf Wunsch einige Funktionen des Handys mit Sprachbefehlen - und tätigt so Anrufe oder startet die Navigation zu einem Fahrtziel.
Auf dem Nexus One arbeitet mit Android 2.1 die neuste Version des Handy-Betriebssystems. Anwender in den USA können so auf die neue Google Maps Navigation zugreifen, die schon auf dem Motorola Droid mit detaillierten Navigationsanweisungen und Sprachausgabe überzeugte. Das System verwaltet bei Bedarf außerdem mehrere Google-E-Mail-Konten, bietet Unterstützung für Microsoft Exchange und sammelt in der Kontaktverwaltung Adressdaten aus zahlreichen Quellen, darunter auch Facebook. Auch für die Gestaltung des Handy-Desktop bietet das Nexus One einige Neuerungen, darunter Hintergrundbilder, die auf Berührung reagieren, insgesamt fünf Home-Bildschirme und zahlreiche neue Widgets.
Als Software-Quelle dient Googles Android-Shop, der nach Unternehmensangaben inzwischen Zugriff auf mehr als 18.000 Anwendungen bietet. Google verzahnt das Nexus One-Betriebssystem neben Google Mail und Google Maps auch mit weiteren hauseigenen Internet-Angeboten. Das Handy zeigt in einer 3D-Galerie neben Fotos auch Picasa-Webalben an, aufgenommene Filme finden ihren Weg im Handumdrehen auf den Google-Videodienst Youtube. Amerikanische Anwendern profitieren zudem von der Integration des Telefonie-Dienstes Google Voice.
Konzern bereitet Ausweitung des Handy-Angebots vor
Die Veröffentlichung des Nexus One in Amerika stellt auch den Startschuss für Googles Handy-Shop dar. Auf der Webseite will der Internet-Konzern in Zukunft auch weitere Handys mit dem hauseigenen Android-Betriebssystem anbieten. Für den Aufbau eines breiten Angebots an Geräten und Tarifen arbeitet das Unternehmen mit Handy-Herstellern und Netzbetreibern zusammen. Nach eigenen Angaben plant Google außerdem, den Online-Shop auf weitere Länder auszuweiten. |