Millionen Besitzer eines Nokia-Handys kennen das Betriebssystem Symbian, benutzen es eher unbewusst täglich beim Schreiben einer SMS, beim Annehmen eines Anrufes oder beim Klicken durch das Menü. Mit dem N900 schlägt der finnische Handy-Hersteller nun einen anderen Weg ein. Das neue Top-Modell N900 ist das erste Nokia-Handy, das mit der Open-Source-Software Maemo 5, einem Linux-Ableger, betrieben wird.
Anders als etwa bei Apples iPhone soll mit dem N900 dank Maemo auch so genanntes Multitasking möglich sein. Mehrere Programme können also gleichzeitig und auch im Hintergrund ausgeführt werden. Nokia verspricht Käufern des N900 außerdem eine PC-ähnliche Nutzung des Mobiltelefons. So erlaubt Maemo beispielsweise das Anlegen von Verknüpfungen, das Erstellen von Schnellzugriffen auf häufig verwendete Programme oder die individuelle Gestaltung des Startbildschirms.
"Mit dem Betriebssystem Linux, einem Browser, der auf der Mozilla-Technologie aufbaut und den Funkeigenschaften eines herkömmlichen Handys wird das N900 ein guter Begleiter für das mobile Leben werden... Das N900 wird zeigen, was mit Maemo alles möglich ist. Wir werden weiterhin mit der Community daran arbeiten, die Software noch besser zu machen. Maemo verschmilzt die Fähigkeiten eines Computers mit jenen des Internets und des Handys", sagte das Nokia-Vorstands-Mitglied Anssi Vanjoki am Firmensitz im finnischen Espoo bei der Vorstellung des N900.
Die Wurzeln des neuen Nokia-Flaggschiffes N900 liegen in der Internet-Tablet-Reihe des Herstellers. Dies sind handliche Geräte, die den Nutzer online mit Informationen zum Fernsehprogramm, den neuesten Nachrichten oder Ähnlichem versorgen. Ganz normal telefonieren konnte man mit der Nokia Tablet-Reihe bislang nicht, da den Geräten das dazu notwendige GSM-Modul fehlte. Das N900 hingegen funkt in allen gängigen Handynetzen inklusive UMTS und WLAN. Auch Bluetooth ist mit an Bord.
Neben dem neuen, auf Linux basierenden Betriebssystem Maemo sind die Telefonie-Funktionen eines Modells der Tablet-Reihe die zweite große Änderung im Fahrplan von Nokia. Das N900, welches das bisherige Top-Handy N97 von Nokia von der Spitzenposition verdrängen will, stellt der Hersteller auf der Hausmesse Nokia World 09 vom 2. bis 3. September in Stuttgart vor.
Vorbestellungen bereits jetzt schon möglich
Zur weiteren Ausstattung des 59,8 x 110,9 x 18 Millimeter großen und 180 Gramm schweren Handys zählen eine Digitalkamera mit einer Auflösung von fünf Megapixeln und doppeltem LED-Blitz, ein berührungsempfindlicher Bildschirm mit einer Auflösung von 800 x 480 Bildpunkten sowie ein GPS-Empfänger für die Nutzung standortbezogener Dienste. Für längere Texteingaben steht eine ausziehbare QWERTZ-Tastatur zur Verfügung. Die Speicherkapazität lässt sich mit Hilfe von microSD-Karten auf bis zu 48 Gigabyte ausbauen.
Wann genau das Nokia N900 im Handel erhältlich sein wird, ist noch nicht bekannt. Allerdings können Interessierte das neue Flaggschiff im Nokia-Shop bereits jetzt schon vorbestellen. Der Preis ohne Mobilfunkvertrag beträgt 600 Euro, zuzüglich Versandkosten. Der Hersteller rechnet damit, mit dem Versand ab Anfang Oktober zu beginnen.
Update vom 26. Oktober 2009: Nokia N900 kommt erst im November
Das viel beachtete Nokia-Handy N900 wird laut Angaben des Herstellers erst im November erhältlich sein. Das teilte Peter Schneider, Marketing-Chef bei Nokia für Maemo, in einem Blog-Eintrag mit. Die Internet-Adresse finden Sie am Ende dieses Artikels in den Links zum Artikel.
Das Nokia N900 wird von vielen Linux- und Nokia-Fans bereits sehnsüchtig erwartet. Bislang wurden etwa 300 Exemplare des Linux-Smartphones an Entwickler verteilt. Nokia wolle laut Blogeintrag erst auf Feedback dieser Entwickler warten, bis das N900 den offiziellen Weg in den Verkauf findet. |