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Tschüss BIOS, Hallo UEFI


23.11.2009
Das Unified Extensible Firmware Interface (UEFI) steht als Ersatz für das alte, unflexibe BIOS zwar schon in den Startlöchern, aber die meisten Plattform-Hersteller unterstützen dies nicht – obwohl wir in Sachen Speicher bald auf neue Hindernisse stoßen.

Die Tage des guten alten BIOS sind gezählt: Mit dem UEFI, dem Unified Extensible Firmware Interface, bietet sich demnächst eine leistungsfähigere Lösung, mit der wir den Ansprüchen einer massiven Hardware-Vielfalt gerecht werden können. Kurz zusammengefasst: Mit dem UEFI-Interface bekommt das Betriebssystem die Pre-Boot-Umgebung praktisch auf dem silbernen Tablet serviert. Bei einem Test des UEFI sind uns jedoch ein paar Dinge aufgefallen.

Sie haben vielleicht schon vom UEFI bzw. EFI gehört, so hieß der erste Ansatz. Intel hat das EFI mit der IA64-Architektur des Itaniums anno 2003 unter dem Namen Boot Initiative eingeführt. Das Konzept wurde dann zwecks Verwaltung und zum Rühren der Werbetrommel in der gesamten Industrie dem Unified EFI Forum übergeben. Derzeit führende Mitglieder des Forums sind AMD, AMI, Apple, Dell, HP, IBM, Insyde, Intel, Lenovo, Microsoft und Phoenix. Während sich das BIOS auf den 16-bit Real-Modus der x86-Architektur verlässt, ist die Hardware bei UEFI vollkommen unabhängig. Das Ziel ist hier ein hohes Maß an Standardisierung, weshalb die Schnittstellen in Boot- und Runtime-Dienste aufgeteilt sind. Zudem ermöglicht die Flexibilität den Herstellern eine entsprechende Differenzierung.

Das BIOS – Antik und noch immer weit verbreitet

Das gute alte BIOS wurde vor ungefähr 25 Jahren zum Starten eines Betriebssystems entwickelt und ist auch heute noch dauerhafter Bestandteil in jedem PC. Bei den ersten Computer-Designs kamen als Boot-Ziele noch Lochkarten zum Einsatz, bevor diese dann durch ROMs mit Basic-Interpreter ersetzt wurden. Im Gegensatz zu damals stehen uns heute zahlreiche Boot-Möglichkeiten zur Verfügung – einschließlich Floppy Disks, Festplatten, optische Laufwerke, Netzwerk-Locations etc. Allerdings hängt der tatsächliche Betrieb solcher Komponenten noch immer vom jeweiligen Betriebssystem und dessen Gerätetreibern ab. Im Gegensatz dazu bietet EFI eine Betriebssystemunabhängige Treiberunterstützung durch ein eigenes Treibermodell.

Es ist schon mehrmals versucht worden, das erste BIOS-Konzept zu modifizieren. IBM hat 1988 mit dem PS/2 ein modifiziertes System-Design vorgestellt, teils um so die BIOS-Klone abzuwehren. Dessen 32-bit Multi-Channel-Architektur (MCA) mit ABIOS kann durchaus als Methode angesehen werden um Implementierungen von BIOS-Klone zu verhindern. ARC – Advanced RISC-Computing – sollte in den 90er Jahren die Boot-Umgebungen der MIPS- und Alpha-Plattformen vereinheitlichen. Es verfügte allerdings weder über einen Evolutionspfad, noch über Erweiterungsfähigkeiten und die Möglichkeit auf unterschiedlichen Systemen eingesetzt zu werden bestand ebenfalls nicht. PowerPC und SPARC bieten ihre eigene Open Firmware (OF) bzw. Common Hardware Reference-Plattform (CHRP) an und arbeiten damit in gewisser Weise gegen den ACPI-Industriestandard, da dieser hierbei außen vor gelassen wird.

Letztendlich ist das gute alte BIOS noch immer präsent und macht genau das, was es schon seit 25 Jahren tut: Es stellt sicher, dass Ihr Betriebssystem booten kann. Es war allerdings nie für die heute erhältliche, sich stark unterscheidende Hardware gedacht. Das BIOS arbeitet noch immer mit 16-bit Schnittstellen und Software-Interrupts, Interrupt-Routing und Maximum-Precision-Timern, einem eingeschränkten Bereich für ROM-Execution (1 MB) und Image-Größe, einer begrenzten Anzahl initiierbarer Geräte (was im Server-Bereich eine wichtige Rolle spielt), proprietären Erweiterungen und fehlender Modularität – um nur ein paar Probleme zu nennen.

UEFI-Unterstützung

Die Unterstützung der UEFI-Schnittstelle durch die Betriebssysteme begann 2007. Allerdings ist diese meist auf die 64-Bit Versionen verschiedener Windows Betriebssysteme wie etwa Vista mit SP1 und Server 2008 beschränkt.

Leider lässt die Unterstützung des UEFI-Interfaces durch die Industrie zu wünschen übrig - trotz einiger Unzulänglichkeiten die wir im Storage-Bereich ausmachen konnten.
Quelle: tomshardware.com


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