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Browser-Streit: Einigung zwischen EU und Microsoft


17.12.2009
Der Streit um den Internet Explorer zwischen Microsoft und der Wettbewerbskommission der EU hat ein Ende. In Zukunft können Windows-Nutzer auch alternative Browser über ein Auswahlfenster in Windows installieren. Von großer Bedeutung für den Markt ist die Einigung nicht. Denn der einst übermächtige Microsoft-Browser hat in den letzten Jahren massiv Marktanteile verloren.

Ein zehn Jahre langer Streit geht zu Ende. Die EU hat heute mitgeteilt, dass sie Microsofts Kompromissangebot im Webbrowser-Streit akzeptiert. Das Wettbewerbsverfahren gegen Microsoft ist damit eingestellt. Im Kern sieht die Einigung vor, dass Microsoft sich in Europa verpflichtet, für die nächsten fünf Jahre auch alternative Browser anzubieten.

Anwendern, die den Internet Explorer als Standardbrowser nutzen, präsentieren Windows 7, XP und Vista ein Auswahlmenü. Dort kann der Nutzer den gewünschten Browser anklicken und installieren. Auf bereits installierte Systeme gelangt das Auswahlmenü über das Windows-Update. Die Hauptalternativen hierbei sind neben dem Internet Explorer: Safari, Firefox, Opera und Google Chrome.

Offenlegung von Programmierschnittstellen

Daneben muss Microsoft sich auch darum kümmern, dass Programme wie Windows, Windows Server, Office, Exchange, and Sharepoint besser mit der Software von Drittherstellern zusammenarbeiten. Die dadurch verbesserte "Interoperabilität" könnte langfristig vor allem Firmen zugute kommen, die viele Programme unterschiedlicher Hersteller einsetzen.

So sollen Programmierer - auch solche aus dem Open-Source-Lager - besseren Zugang zu technischen Dokumentationen bekommen. Auch dieser Schritt ist nicht ganz freiwillig. So hatte EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes schon im Juni 2008 gefordert, dass große Software-Häuser die technischen Schnittstellen ihrer Software offenlegen sollten. Microsoft-Manager Brad Smith, Senior Vice President und General Counsel, äußerte sich erwartungsgemäß "erfreut" über die Einigung mit der EU. Man freue sich, den Dialog mit der EU-Kommission weiterzuführen.

Auch ohne EU-Hilfe: Firefox ist die Nummer eins

Neelie Kroes wird in einer offiziellen Mitteilung der EU-Kommission mit den Worten zitiert, dass Millionen Europäer von der Lösung profitieren würden. Zudem hätten die Anbieter alternativer Browser jetzt mehr Anreize, in Zukunft innovative und bessere Browser anzubieten. Diese Einschätzung hätte vor einigen Jahren noch uneingeschränkt gegolten. Zu Beginn der Auseinandersetzung, die durch eine Beschwerde des norwegischen Browserherstellers Opera in Gang gekommen war, hatte der Microsoft-Browser einen Marktanteil von 90 Prozent.

Heute ist die EU-Entscheidung längst von der Geschichte überholt. Denn auch ohne Kartellverfahren hat der Internet Explorer in den letzten Jahren Marktanteile verloren. Der Mozilla Firefox verfügt nun bei der Gesamtnutzerschaft über einen Marktanteil von 44,2 Prozent. Der IE 8 hat gerade mal 25,5 Prozent. Zählt man die Anwender hinzu, die frühere Explorer-Versionen nutzen, dann liegen beide Browser etwa gleichauf.

11,8 Prozent der Nutzer surfen mit dem IE 7 und 7,2 Prozent haben noch den IE 6 auf dem Rechner. Das melden die Internet-Marktforscher von Fittkau & Maaß. Die Browser Safari, Opera und Google Chrome kommen zusammen nur auf knapp zehn Prozent. Der freie Wettbewerb funktioniert in diesem Fall also auch ohne das Eingreifen staatlicher Wettbewerbshüter.
Quelle: netzwelt.de


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